Bildungskatastrophe in der frühkindlichen Bildung verhindern – Betreuungsgipfel jetzt!

Bildungskatastrophe in der frühkindlichen Bildung verhindern – Betreuungsgipfel jetzt!

Der IQB-Bildungstrend 2021 hat die Defizite von Grundschüler:innen bei den Grundfähigkeiten Lesen, Zuhören, Schreiben und Rechnen aufgezeigt. Der Negativtrend hier wird zu Recht als Bildungskatastrophe beschrieben. Dabei darf nicht aus dem Blick verloren werden, dass die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Entwicklung in der Grundschule, bereits im System der frühkindlichen Bildung angelegt werden.

Es besteht hier dringender Handlungsbedarf. Der Platzmangel im frühkindlichen Bereich geht einher mit einer mangelnden Vorbereitung auf die Erfüllung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule.

Die SPD-Landtagsfraktion fordert daher eine Bildungskonferenz, die die Probleme in der (frühkindlichen) Bildung parteiübergreifend bündelt und mit allen Verantwortungsträgern Antworten auf die offenen Fragen findet. Neben kommunalen Vertreter:innen wie  Oberbürgermeister:innen und Bürgermeister:innen, Dezernent:innen, sind das vor allem Vertreter:innen der Kommunalen Spitzenverbände, der Träger, Gewerkschaften und Eltern sowie aller Landtagsfraktionen.

Gerade vor dem Hintergrund der nun aufkommenden zusätzlichen Fragen und Probleme in der frühkindlichen Bildung muss ein Augenmerk darauf gelegt werden, was das KiBiz in seiner Finanzierungslogik leisten kann und wo Veränderungen gemacht werden müssen. Die Logik der Pauschalen wird weder der aktuellen Krise in Hinblick auf Energiekosten oder Inflation her, noch lässt sie Spielräume, um neue Sachverhalte wie die Sprach-Kitas in ihre Logik aufzunehmen. Daran muss die Landesregierung endlich etwas ändern und nicht weiterhin aus nostalgischen Gründen an einem Finanzierungssystem festhalten, das Qualität und Neuerung im Weg steht. Ähnliche Fehler dürfen bei einem Gesetz, das Qualitätsstandards für die OGS festlegt, nicht wiederholt werden. Beide Systeme müssen auf fehlende Synergien geprüft werden.

Der Fokus einer Bildungskonferenz muss zudem auf dem zügigen Ausbau von Betreuungsplätzen im Bereich der frühkindlichen Bildung liegen, da hier schließlich ebenfalls ein Rechtsanspruch aller Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres besteht. Daneben müssen die nahe liegenden Herausforderungen bei der Erfüllung des Rechtsanspruchs aller Kinder auf eine Ganztagsbetreuung im Grundschulbereich in Bezug auf Planung-, Bau- und Fachkräftekapazitäten vor Ort mit berücksichtigt und gemeinsam betrachtet werden.

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Gemeinsam mit den Expert:innen müssen wir den Realitäten vor Ort ins Auge schauen und eine sozialraumscharfe Mängelliste erstellen, die Aussagen über fehlende Kita- und OGS-Plätze, fehlendes Personal sowie fehlende Infrastruktur für Kinder, Jugendliche und Familien macht. Gleichzeitig gilt es den landesweiten Ausbaubedarf an Familienzentren im Bereich Kita und Grundschule zu ermitteln sowie Familienbüros in den Sozialräumen zu etablieren. Auch den Fachkräftemangel müssen wir angehen.

Drucksache 18/1688

 

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