Gute Arbeit im Wandel

Gute Arbeit im Wandel

Klimakrise und Digitalisierung sind die großen Aufgaben, vor denen die Arbeitswelt steht. Diese Transformationen haben Auswirkungen auf Prozesse und Wertschöpfungsketten und die Art, wie gearbeitet wird. Veränderungen gehen mit Verunsicherung einher. Viele Menschen machen sich Sorgen, welche Konsequenzen neue Technologien für Beschäftigte haben, welche Branchen Zukunft haben und wo mit Arbeitsplatzverlust zu rechnen ist. Um diesen Sorgen und Risiken zu begegnen, müssen wir die die digitale und ökologische Transformation der Arbeitswelt aktiv gestalten.

Die Beschäftigungseffekte dieses Wandels werden mit Sorge diskutiert. Zu erwarten ist ein Wandel der Berufe und Tätigkeiten sowie Verschiebungen zwischen den Branchen: Ein Abbau von Arbeitsplätzen auf der einen Seite, auf der anderen Seite der Zuwachs an Arbeitsplätzen, für die noch Fachkräfte fehlen. Diesem Szenario können wir frühzeitig mit der Stärkung von Qualifikationen und der Verbesserung von Aufstiegsperspektiven begegnen – für jede*n möglicherweise Betroffenen, nicht erst bei unmittelbar drohendem Arbeitsplatzverlust. Es muss mehr präventive Unterstützung für Beschäftigte und Unternehmen geben. 

Dem absehbaren Arbeitsplatzabbau muss begegnet werden, ohne sich neuen Technologien zu verschließen. Betroffene Beschäftigte sollen frühzeitig befähigt werden, alternative Tätigkeiten wahrzunehmen – durch Umschulungen oder Qualifizierung. Weil sich Tätigkeiten in einem neuen Ausmaß verändern, brauchen wir eine Weiterbildungsoffensive und ein Recht auf Weiterbildung. Überall in Deutschland herrscht Fachkräftemangel. Auch Nordrhein-Westfalen braucht höhere Ausbildungsquoten und eine bessere Ausbildungsqualität. Deshalb investieren wir ab sofort stärker in Berufskollegs und die betriebliche Ausbildung. Insbesondere soll die Ausbildung in Zukunftstechnologien gefördert werden.

Durch Produktivitätseffekte einer beschleunigten Digitalisierung wird der Ausgleich von Arbeitsplatzverlusten und die Schaffung neuer Jobs prognostiziert. Während einzelne Branchen deutlich an Arbeitsplätzen verlieren, werde der Zuwachs in anderen diesen Verlust übersteigen. Wir wollen die positiven Effekte dieser Transformation mitnehmen: Die fähigkeitsverstärkende Wirkung und Chancen für Wertschöpfung und Produktivität wollen wir durch beschäftigungsorientierte Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik lenken.

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Auch der Betriebs- und Arbeitnehmer*innenbegriff muss an diese Veränderungen angepasst werden, um den neuen Alltag der Beschäftigten abzubilden und die Mitbestimmung für alle Beschäftigten zu sichern. Arbeitsschutz muss auch gelten für Beschäftigte der Plattformökonomie und Crowd- und Clickworker*innen, die oft in der Scheinselbständigkeit arbeiten. Betriebsräte müssen die Transformation der Arbeitswelt mitgestalten können und bei Themen wie Qualifizierung und Beschäftigungssicherung, betrieblicher Weiterbildung, Digitalisierung und Zukunftsstrategien mitbestimmen.

Besonders zu spüren sind die Auswirkungen von Klimawandel und Digitalisierung in Automobilindustrie. Die Produktionsprozesse nähern sich einer vollständigen Vernetzung an, kollaborative Robotersysteme halten Einzug in die Fabriken, neue Fertigungsverfahren und digitale Plattformen verändern die Arbeitsprozesse.

Im Kölner Norden ist Ford ein wichtiger Arbeitgeber, auf dessen Entwicklung Klimawandel und Digitalisierung deutliche Auswirkungen haben. Ab 2023 wird hier ein Elektroauto produziert. Mitte März wurde die Entscheidung verkündet, dass zusätzlich eine Milliarde Dollar in das Kölner Ford-Werk investiert und ab 2024 ein weiteres Elektroauto produziert wird. Ab diesem Zeitpunkt wird auch eine eigene Batterie-Montage in Köln angesiedelt, auch die Entwicklung der elektrischen Modelle für den europäischen Markt erfolgt in Köln. Bis 2036 sollen ausschließlich elektrische Modelle in Köln produziert werden. Diese Investitionen sichern den Standort und die Arbeitsplätze. Die Anlagen im Werk werden besser ausgelastet, die Arbeit effektiver. Es wird eine Rückkehr zum früheren Drei-Schicht-Betrieb erwartet und eventuell sogar neue Jobs ausgeschrieben. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie die großen Veränderungen der Arbeitswelt zukunftssicher gestaltet werden können. 

Bei den anstehenden Veränderungen der Arbeitswelt muss auch der soziale Arbeitsmarkt mitgedacht werden. Denn Arbeit ist mehr als nur eine Möglichkeit, die Miete zu bezahlen. Arbeit ist gesellschaftliche Teilhabe und muss daher für alle Menschen zugänglich sein. Deswegen muss die Teilhabe von Langzeitarbeitslosen am Arbeitsmarkt gefördert werden. Das wichtigste Instrument dafür ist das 2019 geschaffene Teilhabechancengesetz, dessen Ziel es ist, Langzeitarbeitslose über geförderte Beschäftigungsverhältnisse wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. 

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Der soziale Arbeitsmarkt und die Wiedereingliederung Langzeitarbeitsloser in Arbeit ist mein Herzensthema. Seit ich Geschäftsführerin der eva gGmbH bin habe ich viele eigene Erfahrungen zum Thema gesammelt, welche Unterstützung Langzeitarbeitslose brauchen und mit welchen Maßnahmen Unternehmen, Beschäftigungsträger und Jobcenter helfen können. Ich will diese Themen zu einem Schwerpunkt meiner Arbeit im Landtag machen. Meine Perspektive und Kompetenzen in dem Bereich Arbeitsmarktförderung werde ich einbringen, um die gesetzlichen Regelungen so zu verändern, dass die Bedingungen zur Wiedereingliederung Langzeitarbeitsloser verbessert werden. Unter anderem werde ich mich für ein Landesprogramm einsetzen, dass die Bundesprogramme flankiert und dort landesweite Regelungen findet, wo die Bundesregelungen zu allgemein sind um für die konkreten Bedingungen des Arbeitsmarktes vor Ort zu passen.

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