Klimaschutz – Sozial-ökologischer Wandel als Chance für neue und sichere Arbeitsplätze

Klimaschutz – Sozial-ökologischer Wandel als Chance für neue und sichere Arbeitsplätze

Wie ist die Lage? Der Werkstoffprüfer ist stolz auf Stahl „made in NRW“. Seit vielen Jahren malocht er im Werk – gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen. Harte und gute Arbeit für ein gutes Leben in NRW. Doch er hat Angst. Was bringt die Zukunft? Wird seine Branche Klimawandel und Klimaschutz überstehen? Schließlich ist sie für einen enormen Emissions-Ausstoß verantwortlich. Nicht, das bald alles vorbei ist.

Schluss mit Stahl „made in NRW“, Schluss mit einem guten Arbeitsplatz? Das wäre für den Werkstoffprüfer, die Chemielaborantin, den Mechatroniker und zehntausende mehr eine Katastrophe. Ihre Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt an der Branche. Etwa 45 000 Menschen arbeiten in 4 Stahlunternehmen in NRW (Wirtschaft.NRW, 2021) . Viele weitere Gewerke bauen darauf auf.

Wir stehen im Wandel hinter ihnen. Wir brauchen ihren Einsatz und ihr Know-how – heute mehr als je zuvor. Mit den richtigen Veränderungen sind Stahl und andere Industriezweige auch morgen noch prägend für unser Land.

Damit unsere Wirtschaft entsprechend zukunftsfähig wird, müssen wir sie klimagerecht umgestalten. Klimaschutz kann ein Innovations- und Jobmotor sein in Handwerk, Handel und Industrie. Dafür müssen wir ihn gemeinsam mit der Industrie und industrienahen Dienstleistungen angehen. Wir wissen wie das geht.

Auch den Werkstoffprüfer und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anderer Branchen müssen wir mitziehen. Damit der sozial-ökologische Umbau der Wirtschaft gelingt, darf er nicht zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehen, besonders von Normal- und Geringverdienern. Erst soziale Sicherheit mit Beschäftigung in guter Arbeit schafft die Akzeptanz für den ökologischen und ökonomischen Fortschritt. Für den Werkstoffprüfer heißt das: Wir wollen, dass er keine Angst vor Veränderungen zu haben braucht, weil er die Veränderungen mitgestaltet.

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Denn fest steht: Marktmechanismen allein werden den Klimawandel nicht schnell genug stoppen,  werden für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer keine Sicherheit im Wandel gewährleisten und allein nicht dafür sorgen, dass der Werkstoffprüfer eine gute Perspektive hat. Wir sind überzeugt: der Wandel kann ohne soziale und ökonomische Verwerfungen gelingen.

Was muss passieren? Wir dürfen die Beschäftigten in diesem fundamentalen Wandel nicht allein lassen. Der Staat muss sich in den sozial-ökologischen Umbau der Wirtschaft einbringen. Dazu gehören: Forschungsförderung. Investitionshilfen für ökologische Technologien, besonders um CO2 in Unternehmen und Haushalten einzusparen. Und Unternehmensbeteiligungen in Übergangsphasen. 

Zudem muss die öffentliche Hand durch eigene Aufträge, Ausschreibungen und Standards auf den Markt einwirken. Ziel muss es sein auf diesen Wegen einen Nachfrageboom nach sozialverträglich erzeugten, klimafreundlichen Produkten und Technologien auszulösen.

Wir wollen zudem einen Stabilitätsfonds von 30 Milliarden Euro für Klimaschutz und Beschäftigung in NRW vor (Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung, 2021). Der Fonds soll Unternehmen Eigenkapital anbieten, die ihre Geschäftsmodelle und ihre Produktionsprozesse klimaneutral machen wollen (Pressegespräche Stinka, 2021. S.2). Dabei sollen Unternehmen und ihre Beschäftigten in verschiedenen Branchen und unterschiedlicher Größe profitieren. Beispielsweise Unternehmen der Automobilindustrie, die auf Elektromobilität umstellen. Unternehmen der Grundstoffindustrie, die ihre Produktion auf der Basis von Wasserstoff umstellen. Oder Unternehmen und Start-ups, die Konzepte für Kreislaufwirtschaft auf den Markt bringen.

Wie der sozial-ökologische Wandel gelingen kann, kann das Modelprojekt „Innovation City Bottrop“ zeigen. Dieses Projekt hat weltweite Strahlkraft, da es zeigt, dass Klimaanpassungen möglich sind – mit zukunftsfähigen Arbeitsplätzen (Drescher, 2021, S.26). Die gegenwärtige Landesregierung entwickelt das Projekt jedoch nur schlecht weiter. Sie lässt Chancen liegen. Wir fordern stattdessen den Klimamasterplan „Innovation Cities NRW“ nach dem Vorbild der „Innovation City Bottrop“. Dieser Ansatz soll in allen Kommunen Energiewendeansätze vorantreiben. (Initiativkreis Ruhr, o.J.) 

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